
Die Nase läuft, die Augen jucken, und in der Pollensaison wird jeder Gang nach draußen zur Qual. Viele Patientinnen und Patienten kommen mit diesem Bild in die Praxis — und fragen sich, ob tatsächlich eine Allergie dahintersteckt und wenn ja, welche. Eine gezielte Allergietestung gibt Antworten. Aber was erwartet Sie, wenn Sie zur Diagnostik kommen?
Schritt 1: Das Gespräch — der wichtigste Teil
Jede Allergiediagnostik beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Welche Beschwerden treten auf — und wann genau? Nur im Frühling oder das ganze Jahr über? Drinnen oder draußen? Haben Sie Haustiere, arbeiten Sie mit bestimmten Materialien? Gibt es Allergien in der Familie?
Diese Fragen sind essentiell. Die Anamnese ist der Kompass für alle weiteren Tests — sie hilft, die richtige Auswahl an Allergenen zu prüfen und die Ergebnisse korrekt einzuordnen. Ohne diesen Schritt wäre jedes Testergebnis nur eine Zahl ohne Kontext.
Schritt 2: Der Prick-Test — schnell und aussagekräftig
Das häufigste und wichtigste Verfahren in der Allergie-Diagnostik ist der Prick-Test. Er ist schmerzarm, dauert nur 15 bis 20 Minuten und liefert in etwa 80 Prozent aller Fälle eine klare Diagnose.
So funktioniert er: Kleine Tröpfchen standardisierter Allergen-Extrakte werden auf den Unterarm aufgetragen — typischerweise aus einem Panel von 20 bis 30 Stoffen, darunter Frühblüher, Gräser, Kräuter, Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze. Dann wird die Haut mit einer feinen Lanzette leicht angestochen, damit das Allergen in die oberste Hautschicht gelangt.
Nach 15 bis 20 Minuten wird abgelesen: Bildet sich eine Quaddel, gilt die Reaktion als positiv. Das zeigt, dass Ihr Immunsystem auf dieses Allergen sensibilisiert ist.
Wichtig: Ein positiver Prick-Test bedeutet nicht automatisch, dass dieses Allergen Ihre Beschwerden verursacht. Sensibilisierung und klinische Relevanz sind nicht dasselbe — deshalb werden die Ergebnisse immer im Kontext Ihrer Symptome und Krankengeschichte bewertet.
Hinweis zur Vorbereitung: Übliche Antihistaminika (Allergiemittel) sollten je nach Präparat 3 bis 5 Tage vor dem Test abgesetzt werden. Bei Unsicherheit einfach vorab bei der Terminvereinbarung nachfragen.
Schritt 3: Die Blutuntersuchung
Manchmal ist ein Hauttest nicht möglich oder muss ergänzt werden: bei ausgeprägten Hauterkrankungen wie Neurodermitis, wenn Antihistaminika nicht abgesetzt werden können oder wenn ein stark erhöhtes Reaktionsrisiko besteht.
Das Labor misst die Höhe des spezifischen IgE, also ob und wie stark das Blut auf bestimmte Allergene reagiert.
Fazit: Diagnostik, die zum Menschen passt
Die Allergietestung folgt keinem starren Schema, sondern einem durchdachten Stufenprinzip: von der Anamnese über den Prick-Test bis hin zur Blutuntersuchung — je nach Befundlage und Fragestellung. In der HNO-Praxis können alle Schritte dieses diagnostischen Weges durchgeführt werden, besonders wenn eine Hyposensibilisierung als nächster Therapieschritt in Betracht kommt.
Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Allergie zu leiden, oder wenn Ihre bisherige Behandlung keine ausreichende Besserung gebracht hat: Vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Praxis — wir klären gemeinsam, welche Diagnostik in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Bitte beachten Sie, dass Online-Informationen eine individuelle Untersuchung und Beratung durch unsere Fachärztin nicht ersetzen können.

