Hausmittel bei Erkältung: Bewährte Helfer und ihre medizinische Einordnung

16.02.2026

Ein Kratzen im Hals, eine verstopfte Nase oder ein allgemeines Gefühl der Abgeschlagenheit – Erkältungssymptome gehören zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in unserer HNO-Praxis. Oft beginnt die Behandlung jedoch schon weit vor dem Arzttermin: in der eigenen Küche. Rund 80 % der Menschen nutzen Hausmittel zumindest gelegentlich, sei es zur Vorbeugung oder zur akuten Linderung von Beschwerden.

Warum wir uns erkälten: Ursachen verständlich erklärt

Eine klassische Erkältung, medizinisch als grippaler Infekt bezeichnet, wird in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst. Diese befallen die Schleimhäute der oberen Atemwege. Die Folge ist eine Entzündungsreaktion: Die Schleimhäute schwellen an, die Sekretproduktion steigt und der Körper reagiert mit Symptomen wie Husten oder Schnupfen, um die Erreger loszuwerden. Da Antibiotika nur gegen Bakterien wirken, steht bei einer unkomplizierten Erkältung die Linderung der Beschwerden im Vordergrund.

Verbreitete Hausmittel

Auf folgende Hausmittel wird bei grippalen Infekten gerne zurückgegriffen. Die ersten beiden werden in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts auf ihre Wirksamkeit aus wissenschaftlicher Sicht eingehender beschrieben [1]:

  1. Hühnersuppe: Sie gilt als Klassiker bei Infekten. Wissenschaftliche Hinweise deuten darauf hin, dass sie entzündungshemmende Wirkungen entfalten kann, was laut medizinischer Studien möglicherweise auf ihren Proteingehalt zurückzuführen ist. Zudem spendet die warme Flüssigkeit Feuchtigkeit.
  2. Inhalieren mit Salzlösung: Das Einatmen von Wasserdampf befeuchtet die Schleimhäute. Besonders bei einer Rhinosinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) wird die Anwendung von Salzlösungen medizinisch empfohlen.
  3. Zwiebelsaft: Ein traditionelles Mittel bei Husten. Fein geschnittene Zwiebeln werden mit Honig oder Zucker vermengt, bis sich ein Sirup bildet. Die enthaltenen ätherischen Öle können den Hustenreiz mildern.
  4. Gurgeln mit Salzwasser: Bei Halsschmerzen kann das Gurgeln mit einer lauwarmen Kochsalzlösung helfen, die Keimlast im Rachenraum zu reduzieren und die Schleimhäute zu befeuchten.
  5. Wadenwickel: Ein bewährtes Mittel, um Fieber sanft zu senken, sofern der Patient keine kalten Extremitäten hat. Die Verdunstungskälte entzieht dem Körper überschüssige Wärme.
  6. Ingwer-Zitronen-Tee: Ingwer enthält Gingerole, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen können. In Kombination mit Vitamin C aus der Zitrone kann dies das allgemeine Wohlbefinden unterstützen.

Behandlungsmöglichkeiten in der allgemeinen HNO

Hausmittel unterstützen das sogenannte Selbstmanagement und können die Symptomlast lindern. Dennoch haben sie Grenzen. Als Praxis für allgemeine HNO ist es unsere Aufgabe, den Verlauf einer Erkältung professionell zu begleiten, wenn die Selbsthilfe nicht mehr ausreicht.

Ein Besuch bei uns ist ratsam, wenn:

  • das Fieber über mehrere Tage anhält oder sehr hoch steigt,
  • starke Schmerzen in den Ohren oder den Nebenhöhlen auftreten,
  • die Atembeschwerden zunehmen,
  • oder die Symptome nach einer Woche keine Besserung zeigen.

In diesen Fällen muss geklärt werden, ob sich aus dem viralen Infekt eine bakterielle Entzündung entwickelt hat, die eine spezifische medizinische Therapie erfordert.

Fazit

Hausmittel sind eine wertvolle Ergänzung zur Genesung und stärken die Selbstfürsorge. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Diagnose bei schweren oder langanhaltenden Verläufen. Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch zu Ihren Beschwerden und finden die passende Therapie für Sie.

[1] Weiterführende Informationen zur wissenschaftlichen Einordnung von Hausmitteln finden Sie im Fachartikel des Deutschen Ärzteblattes: Hausmittel auf dem Prüfstand.

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HNO Solln
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Prof. Dr. med. Andreas Riederer

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