
Schnarchen — harmlos oder Warnsignal für Schlafapnoe?
Schnarchen ist weit verbreitet und oft harmlos. Es kann aber auch auf eine obstruktive Schlafapnoe hinweisen — einen Zustand, bei dem die Atemwege im Schlaf wiederholt eng werden oder kurzzeitig kollabieren. Die Folgen sind Atemaussetzer, die der Schlafende selbst meist nicht bemerkt, Sauerstoffabfälle im Blut und ein immer wieder unterbrochener Schlaf.
Typische Hinweiszeichen auf eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe:
- Lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit hörbaren Aussetzern
- Ausgeprägte Tagesmüdigkeit trotz langer Schlafdauer
- Morgendliche Kopfschmerzen oder Mundtrockenheit
- Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit tagsüber
- Häufiges nächtliches Aufwachen
Wenn Sie oder Ihre Partnerin bzw. Ihr Partner solche Zeichen beobachten, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und andere Folgeerkrankungen.
Begünstigende Faktoren für Schnarchen und Schlafapnoe sind unter anderem Übergewicht, Schlafen in Rückenlage, Alkoholkonsum am Abend, eine anatomisch enge Rachen- oder Nasenpassage sowie das Alter. Männer sind häufiger betroffen als Frauen — das Risiko steigt aber für alle nach der Menopause deutlich an.
Ambulante Polygraphie — Diagnose im eigenen Bett
Mit der ambulanten Polygraphie können wir Schnarchen und Schlafapnoe zuverlässig untersuchen, ohne dass Sie eine Nacht im Schlaflabor verbringen müssen. Sie nehmen ein kleines Messgerät nach Hause, das während des Schlafs folgende Parameter aufzeichnet:
- Atmungsmuster und Atemaussetzer
- Sauerstoffsättigung im Blut
- Herzfrequenz
- Körperlage und Schnarchgeräusche
Am nächsten Morgen geben Sie das Gerät in unserer Praxis ab; wir werten die Daten aus und besprechen die Befunde mit Ihnen. Aus der Auswertung ergibt sich unter anderem der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) — ein Maß für die Häufigkeit der Atemaussetzer pro Stunde. Er ist entscheidend dafür, ob und welche Therapie empfohlen wird. So lässt sich zuverlässig zwischen harmlosem Schnarchen und einer klinisch relevanten Schlafapnoe unterscheiden.
Mandibula-Protrusionsschiene (Schnarchschiene)
Eine effektive und gut verträgliche Therapieoption bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe sowie bei lageabhängigem Schnarchen ist die Mandibula-Protrusionsschiene. Die individuell angepasste Zahnschiene hält den Unterkiefer während des Schlafs leicht nach vorne, wodurch die oberen Atemwege offengehalten werden.
Wir beraten Sie, ob diese Option für Sie geeignet ist, und veranlassen die Überweisung zum Schlafmediziner oder Zahnarzt für die Schienenfertigung. Die Schiene ist lautlos und kommt ohne Strom oder Gerät aus — für viele Patienten ein klarer Vorteil gegenüber der CPAP-Maske. Besonders geeignet ist sie für Personen mit leichter Schlafapnoe oder ausgeprägtem Schnarchen, die keine schwere Atemwegsobstruktion haben.
Für Patienten, bei denen die Schlafapnoe hauptsächlich in Rückenlage auftritt, kann auch eine Lagetraining-Therapie — etwa durch spezielle Positionierhilfen — eine einfache erste Maßnahme sein.
CPAP-Therapie
Die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) gilt als Goldstandard bei mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe. Das Gerät hält die Atemwege durch einen leichten Überdruck offen und verhindert Atemaussetzer zuverlässig.
Kindliches Schnarchen — wenn Kinder laut atmen
Auch Kinder können von Schnarchen oder schlafbezogenen Atemstörungen betroffen sein — häufige Ursachen sind vergrößerte Rachenmandeln (Adenoide) oder Gaumenmandeln. Da Kinder selten über Schlafprobleme klagen, fällt die Diagnose oft erst durch besorgte Eltern auf. Wir untersuchen schnarchende Kinder kindgerecht und klären ab, ob eine Behandlung nötig ist.
Beratung zur operativen Schnarchtherapie
In manchen Fällen — etwa bei stark vergrößerten Gaumenmandeln, ausgeprägten Nasenpolypen oder anatomischen Besonderheiten im Rachenraum — kann ein operativer Eingriff die Ursache des Schnarchens gezielt beheben. Wir klären gemeinsam mit Ihnen, ob eine operative Lösung sinnvoll erscheint. Liegt die Ursache im Bereich der Nase oder Nasennebenhöhlen, führt Prof. Dr. med. Riederer den Eingriff wie gewohnt in einer Klinik durch; bei anderen Ursachen überweisen wir Sie an die passende Klinik.
Bitte beachten Sie, dass Online-Informationen eine individuelle Untersuchung und Beratung durch unsere Fachärzte nicht ersetzen können. Bei Verdacht auf Schlafapnoe ist eine ärztliche Abklärung wichtig.