
Das Robert Koch-Institut (RKI) und die Ständige Impfkommission (STIKO) empfehlen die Grippeschutzimpfung im Herbst. Der Grund: Der Impfschutz braucht etwa zwei Wochen, bis er aufgebaut ist, und die Grippewelle beginnt meist erst um den Jahreswechsel.
Warum sich der Herbst anbietet
Offiziell beginnt die Grippesaison schon Anfang Oktober und dauert bis Mitte Mai des Folgejahres. Die eigentliche Grippewelle setzt aber meist erst um den Jahreswechsel ein und dauert im Schnitt drei bis vier Monate. Nach der Impfung braucht der Körper 10 bis 14 Tage, um den vollen Impfschutz aufzubauen. Wer sich im Oktober impfen lässt, hat bis zum typischen Wellenbeginn reichlich Vorlauf. Wer sich erst im Januar impfen lässt, läuft einer bereits aktiven Welle hinterher. Laut RKI ist die Impfung zu beiden Zeitpunkten wirksam.
Während einer Grippewelle infizieren sich schätzungsweise 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland entspricht das mehreren Millionen Menschen. Nicht jede Infektion führt zu einer spürbaren Erkrankung. Bestimmte Personengruppen haben aber ein deutlich höheres Risiko für einen schweren Verlauf.
Wer von der Impfung besonders profitiert
Die STIKO empfiehlt die Grippeschutzimpfung ausdrücklich für folgende Gruppen:
- Menschen ab 60 Jahren
- Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei zusätzlicher Grunderkrankung bereits ab dem ersten
- Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder der Nieren sowie mit Diabetes, neurologischen Vorerkrankungen oder einer Immunschwäche
- Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
- Medizinisches Personal und Berufsgruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko
Wie zuverlässig schützt die Impfung?
Die Wirksamkeit von Grippeimpfstoffen schwankt von Saison zu Saison zwischen 20 und 60 Prozent. Entscheidend ist, wie gut der Impfstoff zu den gerade zirkulierenden Virusvarianten passt. Bei älteren Menschen liegt die Wirksamkeit im Mittel bei 41 Prozent, weil das Immunsystem im Alter schwächer auf die Impfung reagiert. An der Empfehlung ändert das nichts: Der Schutz vor schweren Verläufen bleibt gerade im Alter wichtig. Wie gut die Impfung wirkt, hängt außerdem von Ihrem Immunstatus, von früheren Infektionen oder Impfungen und vom Impfstofftyp ab. Das besprechen wir gern persönlich mit Ihnen.
Und wenn der Oktober-Termin nicht klappt?
Das von der STIKO empfohlene Impffenster reicht bis Mitte Dezember, ein November-Termin ist also kein Problem. Und falls es erst im neuen Jahr passt: Warum sich die Impfung auch während einer laufenden Welle noch lohnt, lesen Sie in unserem Artikel Grippeschutzimpfung im Januar.
Der Ablauf in unserer Praxis
Die Impfung selbst dauert nur wenige Minuten. Vorher klären wir kurz, ob aktuell etwas gegen eine Impfung spricht (Kontraindikationen). Dabei können Sie auch Fragen zu Vorerkrankungen oder früheren Impfreaktionen stellen. Bei einer akuten fieberhaften Erkrankung verschieben wir die Impfung auf einen späteren, symptomfreien Zeitpunkt. Sie können die Impfung auch mit einem ohnehin fälligen Termin zur HNO-Untersuchung verbinden.
Fazit
Ein Termin im Oktober oder November gibt Ihrem Körper genug Zeit, den Schutz vor der Grippewelle aufzubauen. Wer zu einer der genannten Risikogruppen gehört, sollte die Impfung jetzt einplanen.
Hier können Sie Ihren Termin zur Grippeschutzimpfung vereinbaren.
Bitte beachten Sie, dass Online-Informationen eine individuelle Untersuchung und Beratung durch unsere Fachärzte nicht ersetzen können.

