Nasenbluten: Wann harmlos, wann ernst?

Frau sitzt aufrecht und drückt sich sanft die Nasenflügel zusammen - Demonstration der richtigen Erste-Hilfe-Maßnahme bei Nasenbluten
11.08.2026

Nasenbluten trifft fast jeden irgendwann im Leben — über die Hälfte aller Menschen erlebt mindestens eine Episode. Besonders im Sommer häufen sich die Fälle: Hitze und trockene Luft, oft verstärkt durch Klimaanlagen, reizen die empfindliche Nasenschleimhaut und lassen kleine Gefäße leichter aufplatzen. In den allermeisten Fällen ist das harmlos. Manchmal steckt aber mehr dahinter.

Warum es gerade im Sommer häufiger passiert

Die typische Blutungsquelle liegt vorne im Nasenseptum, dort, wo viele feine Blutgefäße direkt unter einer dünnen Schleimhautschicht verlaufen. Niedrige Luftfeuchtigkeit trocknet diese Schleimhaut aus und macht sie anfälliger für kleine Verletzungen. Klimaanlagen verstärken diesen Effekt, weil sie die Raumluft zusätzlich austrocknen. Gleichzeitig sind die Schleimhäute bei Hitze stärker durchblutet — beides zusammen senkt die Reizschwelle spürbar.

Die häufigsten harmlosen Ursachen

In den meisten Fällen lässt sich Nasenbluten auf einfache Auslöser zurückführen:

  • Ausgetrocknete Schleimhaut durch Hitze, trockene Heizungsluft oder Klimaanlagen
  • Erkältungen oder allergische Reaktionen mit gereizter Nasenschleimhaut
  • Nasebohren, besonders bei Kindern
  • Dauereinsatz abschwellender Nasensprays oder länger angewendete Kortison-Nasensprays
  • Schwangerschaft, durch die erhöhte Durchblutung der Nasenschleimhaut

Richtig reagieren: Erste Hilfe im akuten Moment

Setzen Sie sich aufrecht hin und beugen Sie den Kopf leicht nach vorne — das verhindert, dass Blut in den Rachen läuft und Übelkeit auslöst. Auf keinen Fall den Kopf nach hinten legen oder sich hinlegen. Drücken Sie die weichen Nasenflügel für 10 bis 15 Minuten durchgängig zusammen, nicht den knöchernen Nasenrücken. Ein Kühlpack im Nacken kann zusätzlich helfen, die Blutung zu verlangsamen. Meist steht die Blutung danach von selbst.

Wann ein ernsterer Grund dahinterstecken kann

Seltener liegen dem Nasenbluten Ursachen zugrunde, die eine ärztliche Abklärung erfordern:

  • Blutgerinnungsstörungen oder die Einnahme von Blutverdünnern (z.B. ASS, Marcumar)
  • Bluthochdruck, besonders bei Blutungen weiter hinten in der Nase
  • Lebererkrankungen, die die Blutgerinnung beeinträchtigen können
  • Wiederkehrendes, einseitiges Nasenbluten, das auf eine Gefäßfehlbildung oder in seltenen Fällen auf eine Gewebeveränderung hindeuten kann

Ein einzelner blutiger Vorfall an einem heißen Sommertag ist meist kein Grund zur Sorge. Häufen sich die Episoden oder passt ein Symptom nicht ins gewohnte Bild, lohnt sich der Blick eines Facharztes.

Warnzeichen: Wann zum HNO-Arzt?

Ein HNO-Termin ist sinnvoll, wenn:

  • die Blutung trotz korrekter Erste-Hilfe-Maßnahme nach 20 Minuten nicht steht
  • Nasenbluten mehr als zweimal pro Woche auftritt
  • eine bekannte Blutgerinnungsstörung oder Blutverdünner-Einnahme vorliegt
  • die Blutung nach einem Stoß oder Schlag auf die Nase auftritt
  • das Nasenbluten immer wieder auf derselben Seite auftritt

Notfall: Wann sofort die 112?

In wenigen Situationen zählt jede Minute — hier gilt: sofort der Notruf, keine Wartezeit:

  • Starke, nicht kontrollierbare Blutung
  • Blutverlust mit Schwindel, Bewusstseinstrübung oder Luftnot
  • Nasenbluten nach einer kürzlichen Operation im Nasen- oder Kopfbereich
  • Verdacht auf eine Schädelbasisfraktur nach einem Unfall

Was Sie in der HNO-Praxis erwartet

Bei der Nasenheilkunde & Ultraschall lässt sich die Blutungsquelle mit einem kleinen Nasenendoskop meist rasch und schmerzarm lokalisieren. Sitzt sie vorne im Septum, reicht bei wiederkehrendem Nasenbluten häufig eine gezielte Verödung der betroffenen Gefäße — etwa per Elektro- bzw. Lasertechnik. Bei akuter, nicht von selbst stehender Blutung kommt eine Tamponade zum Einsatz, die die Blutung von innen komprimiert. Steckt eine Gerinnungsstörung oder ein anderer allgemeiner Auslöser dahinter, ist eine ergänzende HNO-Untersuchung sinnvoll, um die Ursache einzuordnen.

Fazit

Nasenbluten im Sommer ist meist eine harmlose Folge von Hitze und trockener Luft — mit der richtigen Erste-Hilfe-Reaktion in aller Regel schnell überstanden. Steht die Blutung nicht nach 20 Minuten, tritt sie häufiger als zweimal pro Woche oder immer einseitig auf, sollte sie fachärztlich abgeklärt werden.

Termin in unserer HNO-Praxis in München-Solln vereinbaren — wir nehmen uns Zeit für eine gründliche Abklärung.

Bitte beachten Sie, dass Online-Informationen eine individuelle Untersuchung und Beratung durch unsere Fachärzte nicht ersetzen können.

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