Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Symptome, Ursachen, Therapie

Ein Mann Mitte 50 sitzt, in eine Decke gehüllt, mit einer Tasse Tee auf dem Sofa und berührt mit den Fingerspitzen seine Nasenwurzel
06.10.2026

Eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt sich oft schleichend: Sie beginnt wie eine gewöhnliche Erkältung, die dann aber nicht abklingt. Gerade im Herbst, wenn die Erkältungswelle durch München zieht, wird bei manchen aus einem harmlosen Schnupfen eine anhaltende Entzündung der Nasennebenhöhlen. Mediziner sprechen von einer Sinusitis.

Erkältung oder schon Nasennebenhöhlenentzündung?

In den Anfangstagen eines Infekts sind die Nasennebenhöhlen meist mitbetroffen. Typisch sind eine verstopfte Nase, ein Druckgefühl über den Wangen- oder Stirnknochen und ein dumpfes Kopfgefühl. Die Beschwerden klingen meist von selbst ab. Bei einer viral bedingten Nasennebenhöhlenentzündung ist mehr als die Hälfte der Betroffenen nach einer Woche beschwerdefrei, mehr als 90 % sind es nach vier Wochen. Entscheidend ist deshalb der weitere Verlauf.

Warnzeichen: Wann sollten Sie zum HNO-Arzt?

Bestimmte Symptomverläufe können darauf hindeuten, dass mehr als eine gewöhnliche Erkältung vorliegt. Dann ist eine fachärztliche Abklärung ratsam:

  • Beschwerden, die länger als etwa zehn Tage anhalten oder nach einer anfänglichen Besserung wiederkehren.
  • Einseitige Beschwerden, etwa eine Nase, die nur auf einer Seite verstopft ist.
  • Hohes Fieber zusammen mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl.
  • Mehrere Nasennebenhöhlenentzündungen innerhalb eines Jahres.

Achtung, Notfall: Geschwollene Augenlider, Sehstörungen oder Doppelbilder sowie Nackensteifigkeit oder zunehmende Benommenheit können auf eine Ausbreitung der Entzündung in Richtung Augenhöhle oder Gehirn hinweisen. Suchen Sie in diesem Fall umgehend die Notaufnahme auf.

Ursachen: Was steckt hinter der Entzündung?

In den allermeisten Fällen sind Viren für die akute Nasennebenhöhlenentzündung verantwortlich. Bakterien können im Verlauf hinzukommen. Auch eine Allergie kann beteiligt sein: Bei rund einem Viertel aller Allergiker geht der allergische Schnupfen mit einer Sinusitis einher, denn Nase und Nasennebenhöhlen sind von derselben Schleimhaut ausgekleidet. Auch der Bau der Nase spielt eine Rolle: Eine verkrümmte Nasenscheidewand kann den Sekretabfluss behindern und so Entzündungen begünstigen.

Diagnostik in unserer Praxis

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Wir fragen, seit wann die Beschwerden bestehen, ob sie ein- oder beidseitig sind und ob eine Allergie bekannt ist. Anschließend betrachten wir die Nasenschleimhaut direkt (Rhinoskopie), bei Bedarf auch mit einer dünnen Optik (Endoskopie). So sehen wir die Engstellen, über die das Sekret aus den Nebenhöhlen abfließt.

Ergänzend setzen wir den Ultraschall der Nasennebenhöhlen ein. Er kommt ohne Strahlung aus und liefert sofort ein Ergebnis. Deshalb eignet er sich gut für Verlaufskontrollen. Besteht der Verdacht auf eine allergische Ursache, lässt sich das mit einer gezielten Allergie-Diagnostik prüfen.

Therapie: Vom Nasenspray bis zur Allergiebehandlung

Bei einer akuten, viral bedingten Entzündung helfen vor allem unterstützende Maßnahmen: abschwellende Nasentropfen (höchstens fünf bis sieben Tage), Inhalieren und bei Bedarf ein kortisonhaltiges Nasenspray, das die Schleimhautschwellung reduziert. Ein Antibiotikum ist nur in ausgewählten, schweren Verläufen mit bakterieller Beteiligung sinnvoll.

Hält die Entzündung länger als zwölf Wochen an, sprechen wir von einer chronischen Sinusitis. Tritt eine akute Entzündung mehrmals im Jahr auf, handelt es sich um eine wiederkehrende Form. Bei der chronischen Sinusitis setzen wir häufig auf eine Dauertherapie mit kortisonhaltigem Nasenspray und Nasenspülungen mit Kochsalzlösung.

Ist eine Allergie die Ursache, kann eine Hyposensibilisierung (auch Allergie-Impfung genannt) sinnvoll sein. Sie ist die einzige Behandlung, die an der Ursache der Allergie selbst ansetzt.

Fazit

Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen im Herbst sind harmlose Begleiterscheinungen einer Erkältung und klingen von selbst ab. Halten die Beschwerden jedoch länger als etwa zehn Tage an, treten sie einseitig auf oder kehren sie immer wieder, ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll. Dabei lässt sich auch prüfen, ob eine Allergie dahintersteckt.

Gerne sehen wir uns Ihre Beschwerden im persönlichen Gespräch genauer an. Termin in unserer Praxis vereinbaren

Bitte beachten Sie, dass Online-Informationen eine individuelle Untersuchung und Beratung durch unsere Fachärzte nicht ersetzen können.

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